Busse warten vor dem britischen Kreuzfahrtschiff MS Braemar auf die Passagiere, nachdem es mehr als eine Woche in der Karibik wegen mehrerer an Bord bestätigter Fälle von COVID-19 gestrandet war. Hafen von Mariel am Rande von Havanna, Kuba, 18. März 2020.

Die britische Regierung hat sich offiziell bei den kubanischen Rettungskräften für eine „große Geste der Solidarität“ bedankt. Kuba hatte dem Kreuzfahrtschiff MS Braemer erlaubt, in Havanna anzulegen, nachdem andere Länder in der Region abgelehnt hatten.

In einem emotionalen Brief schrieb der britische Botschafter in Kuba, er wolle seine „immense Dankbarkeit und die meines Landes“ zum Ausdruck bringen.

Eine Frau mit Gesichtsmaske in Havanna, Kuba, am 28. März 2020.

Kuba erlaubte dem britischen Kreuzfahrtschiff MS Braemar, in Havanna anzulegen und seine 600 hauptsächlich britischen Passagiere nach Hause fliegen zu lassen, nachdem andere Länder wie die Bahamas und Barbados die Einfahrt wegen COVID-19-Infektionen an Bord verweigert hatten.

Wegen des Kontaktes mit den Passagieren wurden 43 kubanische Arbeiter, darunter ein Pilot, Hafenmitarbeiter, Polizeikräfte und Transportpersonal vorsorglich in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Mittlerweile ist diese aufgehoben.

„Während der Operation Braemar wurde ich Zeuge der vielen Qualitäten des kubanischen Volkes, seiner humanitären Prinzipien, seiner Freundlichkeit und seines Fleißes; Facetten des kubanischen Charakters, die ich seit meiner Ankunft im Land kennen und lieben gelernt habe“, schrieb der britische Botschafter Antony Stokes in seinem Brief vom 2. April, dem Tag, an dem die Quarantäne für die kubanischen Arbeiter beendet wurde. Hier der Brief im spanischen Wortlaut:

„Ich versichere denjenigen, die heute nach Hause zurückkehren, dass Ihre große Geste der Solidarität im Gedenken der Passagiere und der Besatzung der Braemar, ihren Familie und ihre Freunden, die dank Ihrer Bemühungen nun wieder vereint sind, von Dauer sein wird“, so Stokes weiter in seinem Schreiben.

Der in Kuba produzierte antivirale Wirkstoff Interferon alpha 2B hat sich, im Kampf gegen das Corona-Virus eingesetzt, insbesondere in China bewährt. Jetzt will eine sächsische Firma das Medikament auf für den deutschen Markt importieren.

Ein Sprecher des Kreuzfahrtveranstalters Fred Olsen hatte nach der Aktion in Havanna erklärt, dass „kein anderer karibischer Hafen bereit war, das Schiff wegen der Angst vor dem Corona-Virus zu akzeptieren“.

Im britischen Unterhaus sagte Außenminister Dominic Raab, er habe den kubanischen Außenminister angerufen, um ihm mitzuteilen, dass Großbritannien „der kubanischen Regierung sehr dankbar dafür ist, dass sie diese Operation schnell ermöglicht hat und dass sie eng mit ihnen zusammengearbeitet hat, um sicherzustellen, dass sie erfolgreich sein kann“.

In einer Erklärung schrieb das kubanische Außenministerium: „Dies sind Zeiten der Solidarität, des Verständnisses von Gesundheit als Menschenrecht, der Stärkung der internationalen Zusammenarbeit zur Bewältigung unserer gemeinsamen Herausforderungen, Werte, die der humanistischen Praxis der Revolution und unseres Volkes innewohnen“.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie bekommt der Inselstaat zunehmend internationales Lob für sein Verhalten. Unter anderem auch für die Tatsache, dass es im Rahmen seiner langjährigen Politik des medizinischen Internationalismus mehr als 800 Ärzte ins Ausland geschickt hat, um an den Viren-Hotspots zu helfen.

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