Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 40.700 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios – dabei liegt die Kapazität eigentlich bei rund 7000 Plätzen. Rund 1500 von ihnen sind laut EU-Kommission unbegleitete Minderjährige.

Der Vorsitzende des Innenausschusses, Juan Fernando López Aguilar, betonte in einem Brief an den EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, dass es in den überfüllten Camps weder die Chance, sozialen Abstand einzuhalten, noch angemessene Hygiene-Bedingungen gebe.

Um eine schnelle Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern, müssen die Lager aus López‘ Sicht möglichst rasch vorsorglich geräumt werden.

„Falls die EU scheitert, unverzüglich zu handeln, wird die Situation auf den griechischen Inseln nicht zu beherrschen sein, mit dem Risiko vieler Toter“, so López.

Vorschläge zum Umgang mit Migranten

Laut dem Parlamentarier sollen vorsorglich alle Menschen, die älter als 60 Jahre seien, aus den Lagern geschafft werden. Auch Menschen mit Atemproblemen, Diabetes und anderen Krankheiten, die zu schwerwiegenden Symptomen führen könnten, sollte davon betroffen sein.

Außerdem solle insbesondere die geplante Umsiedlung der unbegleiteten Minderjährigen fortgesetzt werden. Dies könne etwa mit Quarantäne-Maßnahmen oder selbst auferlegter Isolation verbunden werden. Jene, die am verletzlichsten seien, müssten zuerst umgesiedelt werden.

Die EU-Kommission hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Coronavirus-Pandemie zu Verzögerungen bei der Umsiedlung führen werde.

Coronavirus

Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Coronavirus Covid-19 als Pandemie eingestuft.

Weltweit wurden laut aktuellen WHO-Angaben bereits mehr als 332.000 Menschen in 190 Ländern mit SARS-CoV-2 infiziert. Registriert wurden 14.510 Todesopfer.

mo/mt/dpa

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