Anfang des Monats erklärten Experten von CSIS, Pjöngjang plane die Durchführung von Tests U-Boot-gestützter ballistischer Raketen. Diese Behauptung begründeten die Experten mit Satellitenbildern von der Werft in der nordkoreanischen Hafenstadt Sinpo. Demnach befinden sich dort mehrere Schiffe, was ein wichtiges Indiz für die Vorbereitung von Raketentests sein soll. Eines davon sei bereits in der Vergangenheit zum Schleppen von Kähnen, welche Geschosse transportiert hätten, benutzt worden. Auch zwei U-Boote der Romeo-Klasse (Projekt 633) hätten dort angelegt.

Pjotr Iljitschew nahm nun dazu Stellung und verwies darauf, dass Russland dazu keine Informationen vorliegen würden. „Wir verfügen über keine Informationen. Bei Analysen zu solchen heiklen Angelengenheiten muss man vorsichtig sein. Oftmals sind sie gezielt politisch aufgeladen“, erklärte der Diplomat.

„Im Großen und Ganzen würden drastische Schritte seitens Nordkoreas die Sache sicherlich komplizierter machen. In der Vergangenheit wurde die Sanktionsspirale dadurch mehrmals in Bewegung gebracht. Doch die Sicherheit in der Region, welche zweifellos auch Russland beschäftigt, hängt nicht nur von Pjöngjang ab. Deshalb rufen wir alle interessierten Seiten dazu auf, in erster Linie den Frieden und die Stabilität im Blick zu haben, und ein verantwortungsvolles Verhalten an den Tag zu legen“, mahnte Iljitschew.

Ihm zufolge zeugt ein solches „Anheizen der Stimmung“ davon, dass angesichts der derzeitigen Ruhe rund um die koreanische Halbinsel die multilaterale Diplomatie keinesfalls pausieren sollte. 

Moskau und Peking setzten sich ein

An dieser Stelle verwies er auf einen von Russland und China vorgelegten Resolutionsentwurf zu Nordkorea im UN-Sicherheitsrat. Darin seien Wege für die Konfliktbeilegung auf der nordkoreanischen Halbinsel mithilfe der internationalen Gemeinschaft dargelegt worden. In Bezug auf den Dialog zwischen Nordkorea und den USA äußerte Iljitschew Zuversicht, ging aber auch auf die schwierige Situation ein, in der Russland helfen könnte.

„Sowohl die tiefe Vertrauenskrise als auch ein Mangel an Ideen waren offentsichtlich. Unsere Initiative gab die nötige Richtung vor, da sie prinzipiell auf Gegenseitigkeit und einem schrittweisen Vorgehen beruht, ohne welche ein Voranschreiten bei der Problemlösung auf der koreanischen Halbinsel kaum möglich sein wird“, versicherte der Diplomat.

Ein Schlüsselement sei hier die Sanktionspolitik gegenüber Nordkorea, so Iljitschew. Einseitige Zugeständnisse seitens Pjöngjangs ohne Entgegenkommen seien keine realistische Perspektive.

Nordkoreas Atomwaffenprogramm

Nordkorea hatte sich 2005 zur Kernwaffenmacht erklärt und führte seitdem mehrere Atomtests durch, auf die der UN-Sicherheitsrat mit Sanktionen reagierte. Seit September 2017 hat Pjöngjang offiziell keinen Atomtest mehr durchgeführt.

Laut einem unabhängigen Expertenteam soll Nordkorea trotz internationaler Sanktionen sein Atomwaffenprogramm weiter vorantreiben. In einem UN-Bericht heißt es, die sechs vergangenen Atomtests hätten Nordkorea wahrscheinlich geholfen „sehr kleine Nuklearwaffen“ zu entwickeln, die in die Sprengköpfe ballistischer Raketen passen würden.

mka/sna/gs

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