Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Freitag geschehen ist.

Merkel gegen Lockerung der Corona-Maßnahmen

Bundeskanzlerin Merkel hat die Menschen in Deutschland um Geduld gebeten. Es sei noch zu früh, um über eine Lockerung der wegen des Corona-Virus verhängten Restriktionen in Deutschland zu entscheiden, sagte Merkel auf einer Pressekonferenz, die im Internet übertragen wurde. Angesichts einer Inkubationszeit des Virus von bis zu 14 Tagen könne noch nicht bewertet werden, ob die bisherigen Maßnahmen gewirkt hätten, so die Kanzlerin. Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Zahl der Infizierten verdoppele. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden, in Richtung von zehn Tagen. Das Ziel der Maßnahmen sei es, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werde.

Trump spricht mit Xi über Corona

US-Präsident Donald Trump hat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping telefoniert und die gute Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervorgehoben. China sei schon weit vorangekommen und habe ein großes Verständnis des Virus entwickelt. Man arbeite eng zusammen. „Großer Respekt!“, schrieb Trump auf Twitter. In der zentralchinesischen Provinz Hubei war das neue Virus Sars-CoV-2 Ende vorigen Jahres zuerst aufgetreten. Inzwischen gibt es in China kaum noch Neuerkrankungen. In den USA hat deren Zahl zuletzt dagegen stark zugenommen.

Infektionsketten per Handy-App zurückverfolgen

Im Kampf gegen die schnelle Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 würden Politiker der Union gerne möglichst bald eine App einsetzen, die Bürger freiwillig auf ihrem Handy installieren können. Sie soll wie eine Art digitales Tagebuch funktionieren und – falls sein Besitzer positiv auf das Coronavirus getestet wird – automatisch anonymisierte Hinweise an alle Menschen versenden, die in den zurückliegenden zwei Wochen mit ihm Kontakt hatten. Jeder Einzelne könne helfen, indem er die App herunterlade, sagte der CSU-Politiker Michael Kuffer. Eine entsprechende Kampagne ließe sich schnell in die Tat umsetzen. Das bedeute aber nicht, dass die ursprünglichen Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn damit begraben wären. Spahn hatte ursprünglich geplant, den Gesundheitsbehörden bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite zu erlauben, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln, dadurch ihre Bewegung zu verfolgen und sie im Verdachtsfall zu kontaktieren.

Ethikrat gibt Empfehlungen zu Umgang mit Corona-Krise

Vor dem Hintergrund einer möglichen Knappheit an Intensivbehandlungsplätzen hat der Deutsche Ethikrat Empfehlungen für den Umgang mit Notsituationen gegeben. Wenn zu wenig Beatmungsplätze da seien, dürfen nur medizinische Kriterien zählen, sagte der Vorsitzende Peter Dabrock. Niemand dürfe vom Staat eine Norm oder Billigung erwarten, dass Patienten mit ungünstiger Prognose von der Beatmung genommen werden. Vielmehr seien Vorgaben der Fachgesellschaften maßgeblich. Problematisch seien besonders Situationen, in denen die Versorgung abgebrochen werde, um einen anderen Patienten mit höheren Überlebenschancen zu retten.

Europol sieht schnelle Zunahme von Corona-Verbrechen

Europol sieht eine schnelle Zunahme von Verbrechen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Kriminelle und organisierte Banden hätten ihre Methoden sehr schnell angepasst und profitierten von der Krise, warnt die europäische Polizeibehörde in einem heute in Den Haag veröffentlichten Bericht. Ermittler stellten demnach zunehmend Fälle von Cybercrime, Betrug, Diebstahl und Fälschungen fest. Der Verkauf von gefälschten Schutzartikeln und Medikamenten sei seit Ausbruch der Krise um ein Vielfaches gestiegen, heißt es in dem Bericht.

Patienten über 80 werden nicht im Elsass mehr beatmet

Katastrophenmediziner berichten angesichts der Corona-Pandemie über dramatische Zustände aus dem Elsass, die aus ihrer Sicht bald auch in Deutschland drohen könnten. Demnach arbeiteten Mediziner an der Universitätsklinik Straßburg weiter mit Corona-Patienten, auch wenn sie selbst infiziert sind. Über 80-Jährige würden nicht länger beatmet. Stattdessen erfolge Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln, schreiben die Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in einem Bericht an die baden-württembergische Landesregierung.

mk/dpa/ip

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