Seit Beginn der Woche ist das führende Schweizer Telekommunikationsunternehmen „Swisscom“ vor große Herausforderungen gestellt. Immer mehr Menschen werden von ihren Arbeitgebern verpflichtet, im Homeoffice zu arbeiten. Dies führe zu einer viel größeren Nutzung des Netzes, als sonst. Laut Berichten des „Tages-Anzeigers“, einer Schweizer Zeitung, habe „Swisscom“ seit Montagvormittag dreimal soviel Anrufe wie sonst verzeichnet. Genauso sei die Nutzung des Festnetzvolumens massiv gestiegen.

Der Großteil des Datenverbrauchs: Netflix, YouTube und Co.

Das größere Problem sei allerdings nicht die erhöhte Zahl an Anrufen oder Menschen, die über das Internet ihre Arbeit ausführen. Tatsächlich mache der Datenverbrauch der Homeoffices nur einen Bruchteil des gesamten Netzvolumens aus. Eine massive Überlastung des Netzes komme vor allen Dingen durch das exzessive Schauen der neusten Serien auf Netflix. Streaming Services verbrauchen mobile Daten in großem Umfang. Solche Plattformen werden gerade in  Krisenzeiten, wenn viele Menschen nicht aus dem Haus können, umso häufiger genutzt.

Um dem entgegenzuwirken, hat der Schweizer Betreiber „Swisscom“ seine Kunden schon zur „verantwortungsvollen Nutzung der Telekommunikation“ aufgefordert, schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ). Priorisiert werden derzeit die Bedürfnisse der Geschäftskunden, die systemrelevante Funktion haben. Also all diejenigen, die in einem zentralen Dienst der Landesversorgung arbeiten.

Auch der Bund habe entsprechende Mittel zur Stilllegung von Streamingdiensten, die er bereit ist, zu nutzen. In einem Gespräch zwischen Bund und den Telekomfirmen wurde der Bevölkerung empfohlen, Streaming Services zurückhaltend zu nutzen. Die NZZ zitiert: „Sollten gravierende Engpässe entstehen, hat der Bund die Möglichkeit, nicht versorgungsrelevante Dienste einzuschränken oder zu blockieren.“

Andere Situation in Deutschland?

In Deutschland scheinen die Netzanbieter die Situation gelassen zu nehmen. Grund dafür sei laut der NZZ, dass bisher in Deutschland keine deutlich höhere Nutzung im Mobilnetz verzeichnet wurde. Auf eine Erhöhung der Kapazitäten seien die Anbieter gut vorbereitet. Ähnlich sehen das die Sprecher von Telekom und Vodafone.

Zur Vorbereitung habe Vodafone beispielsweise spezielle Teams engagiert, welche die Nutzung im Netz rund um die Uhr beobachten. Da bisher die Netze tagsüber relativ leer blieben, sehe man bisher keine Probleme damit. Laut Angaben eines Sprechers könne das Kabel-Glasfasernetz einen Großteil der momentanen Last aufnehmen. Dennoch stelle sich die Frage, wie groß die Belastung maximal sein könne. Netflix Deutschland habe sich bisher noch zu keinen Maßnahmen oder Prognosen geäußert. Zur deutschen Nachrichtenagentur „spot on news“ sagte der Streamingdienst lediglich, dass Netflix das Thema ernst nehmen und dazu intern ein „reger Austausch“ stattfinden würde.

lm

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