Die Mai-Futures der Nordsee-Rohölsorte Brent wurden um 3,57 Prozent billiger und kosten derzeit 32,64 Dollar pro Barrel. Der Preis der Mai-Futures von West Texas Intermediate, einer Rohölsorte aus den USA, sank um 2,12 Prozent auf 31,43 pro Barrel.

„Angst bleibt das wichtigste Problem“

Aus der Sicht von Selena Ling, der leitenden Ökonomin bei der zweitgrößten Bank in Südostasien, Oversea-Chinese Banking Corporation Limited (OCBC) in Singapur, steht der Ölpreisrückgang im Zusammenhang mit der Unsicherheit der Marktteilnehmer.

„Die Angst bleibt das wichtigste Problem in dieser Frage. Denn die Marktteilnehmer sind sich immer noch nicht sicher, dass eine Milderung der Geldpolitik und Liquiditätsspritzen die wesentliche Krise im Bereich des Gesundheitswesens lösen würden.“

Zum zweiten Mal im Monat senkte die Federal Reserve in den Vereinigten Staaten ab dem 16. März die Zinsen bis auf 0-0,25 Prozent.

Ölpreiseinsturz

Am 9. März waren die Ölpreise so schnell wie seit 30 Jahren nicht mehr gefallen. Nach gescheiterten Verhandlungen der führenden Förderstaaten über eine Drosselung der Ölproduktion befürchten Investoren einen Preiskrieg. Der Rubel-Wechselkurs zum Euro und dem US-Dollar war ebenfalls gesunken.

Gescheiterte Verhandlungen der Opec+-Länder

Vergangene Woche waren die Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den in der Opec+ vereinten Förderländern – unter anderem Russland – gescheitert. Das Opec-Abkommen zur Drosselung der Ölförderung gilt seit Anfang 2017. Seitdem wurde es mehrmals verlängert und seine Bedingungen geändert. Bis Ende 2019 sah das Abkommen eine tägliche Förderkürzung von 1,2 Millionen Barrel im Vergleich zum Oktober 2018 vor. Im ersten Quartal 2020 reduzierte das Kartell die Förderung um 1,7 Millionen Barrel pro Tag.

mo/sb/sna

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