Bundeskanzlerin Angela Merkel am 2. September 2020 in Berlin

Laut einem Spiegel-Bericht soll Bundeskanzlerin Merkel den russischen Oppositionellen Alexei Nawalny während seiner Behandlung in der Charité heimlich besucht haben. Der 44-Jährige twitterte, es habe sich um ein privates Treffen gehandelt – aber kein heimliches.

Nach Informationen des Magazins Der Spiegel soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den russischen Oppositionspolitiker Alexei Nawalny am Krankenbett in der Charité „in einer streng geheimen Aktion“ besucht haben. Mit dieser Geste soll sie die „Solidarität der Bundesregierung mit Alexei Nawalny“ unterstrichen haben. Nawalny selbst erklärte am Montag auf Twitter, dass es kein heimliches Treffen war, sondern ein privates Treffen mit der Familie. Der 44-Jährige bedankte sich bei der Bundeskanzlerin für den Besuch:

Es gab ein Treffen, heimlich sollte man es aber nicht nennen. Es war eher ein privates Treffen und ein Gespräch mit der Familie. Ich bin Bundeskanzlerin Merkel sehr dankbar, dass sie mich im Krankenhaus besucht hat.

Nawalny war am 20. August während eines Fluges von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Die Bundesregierung sieht es nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor als „zweifelsfrei erwiesen“ an, dass der 44-Jährige mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Inzwischen wurde er nach wochenlangem Koma aus der Berliner Charité entlassen und macht eine Reha-Behandlung. Das könnte mehrere Wochen oder Monate dauern.

Russland weist im Fall Nawalny alle Vorwürfe zurück und wirft Deutschland eine Behinderung der Aufklärung vor. Deutschland agiere gegen eine Aufklärung der Wahrheit, teilte das russische Außenministerium mit. Fragwürdig sei zudem die Rolle des technischen Sekretariats der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW), hieß es.

Mehr zum Thema – Gerichtsvollzieher beschlagnahmen Nawalnys Wohnung in Moskau

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