Den Angaben nach ist die Entwicklung neuer Pharmaka gegen schwer heilbare Krankheiten eines der Hauptprobleme, für deren Bewältigung Supercomputer-Technologien effektive alternative Lösungen anbieten könnten.

Schädliche oder fehlerhafte Eiweiße neutralisieren

Supraleistungsfähige Rechner helfen, die Wahl der für das künftige Präparat benötigten Moleküle unter Einsatz sogenannter Dockingmethoden zu beschleunigen. Für einen Erfolg ist eine Dauerkette diverser Operationen notwendig – Suche nach richtigen Molekülen, ihr Docking und Tests ihrer Aktivität sowie Synthese neuer Moleküle und wiederum Tests ihrer Aktivität, hieß es.

„Mehrere Krankheiten sind durch Eiweiße gekennzeichnet, die diverse Pathologien auslösen. Das könnten sowohl Virus-Eiweiße als auch eigene Eiweiße des Menschen sein, die aber falsch funktionieren“, sagt Laborleiter Wladimir Sulimow. „Sollte unser aktives Molekül das Zieleiweiß anbinden, wird die Entwicklung der Krankheit verlangsamt.“

Der Supercomputer wird einige Tage lang an der Lösung arbeiten. Zuvor hatten die Wissenschaftler nach einer Analyse der Struktur des Coronavirus eines der vorhandenen Zieleiweiße ausgewählt und es verstärkt unter die Lupe genommen. Nach der Analyse seiner Strukturen wurden passende Docking-Modelle erstellt. Jetzt komme es darauf an, Moleküle ausfindig zu machen, die das Zieleiweiß am effektivsten binden würden, hieß es.

„Lomonossow“-Supercomputer

Der an der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität 2009 in Betrieb genommene gleichnamige Supercomputer zählt zu den unikalen supraleistungsfähigen Rechnersystemen. Seiner Rechendichte nach hat der „Lomonossow“ nicht seinesgleichen in der Welt.

am/gs

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