Die Kämpfer sollen mehrere Dörfer in einem Bezirk der Nordprovinz Baghlan eingenommen haben. Die als Kommandantin Kaftar bekannte Kriegsherrin Bibi Aischa Habibi ist dann nach Angaben von Talibansprecher Sabiullah Mudschahid zu den Kämpfern übergelaufen. Dies habe sie allerdings telefonisch bestritten. Bei dem Angriff seien einige ihre Männer ermordet worden und weitere übergelaufen, so ein enger Verwandter Kaftars.

Kaftar gelte als einzige Kriegsherrin Afghanistans, die mit einigen Dutzend bewaffneten Männern bisher einen kleinen Teil eines Provinzbezirks kontrolliert habe. Sie kämpfte laut Berichten der Provinzregierung Baghlans bereits im Widerstand der Mudschaheddin gegen die damalige Sowjetunion. Sie hätte ihr Tal während des afghanischen Bürgerkriegs in den 1990er Jahren verteidigt und später gegen die Taliban gekämpft. Viele Täler und abgeschiedene Gegenden Afghanistans würden auch heute noch von lokalen Kriegsherren und Milizen verteidigt, die mit der Zentralregierung in Kabul zusammenarbeiten.

Lage in Afghanistan

In den vergangenen zehn Jahren wurden in Afghanistan mehr als 100.000 Zivilisten verwundet oder getötet. In Afghanistan befindet sich die Regierung in einer Dauerauseinandersetzung mit der islamistischen Taliban-Bewegung, die weite ländliche Gebiete des Landes kontrolliert und ab und an auch Großstädte angreift. Außerdem baut die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS, Daesh)* in dem Land am Hindukusch ihren Einfluss aus. Die afghanischen Streit- und Sicherheitskräfte führen im Land Operationen zur Terrorismusbekämpfung durch.

Am 12. September hatten die Konfliktparteien in Doha lang geplante Friedensgespräche aufgenommen. Trotzdem reißt die Gewalt nicht ab.

aa/dpa/mt
 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.