Tödlicher Angriff auf Schwarzen löst Proteste in Brasilien aus

In Brasilien haben Sicherheitsleute eines Supermarkts einen Schwarzen zu Tode geschlagen. Der brutale Angriff auf den 40-Jährigen löste im südamerikanischen Land Proteste aus. Auf Transparenten war zu lesen: „Schwarze Leben zählen“ und „Rassismus ist ein Virus“.

Nach einem tödlichen Angriff von Sicherheitsleuten eines Supermarkts auf einen Schwarzen sind in mehreren Städten Brasiliens zahlreiche Menschen gegen Rassismus auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Brasília, in São Paulo und Rio de Janeiro gab es am Freitag Kundgebungen und Proteste. Auf Transparenten war zu lesen: „Schwarze Leben zählen“ und „Rassismus ist ein Virus“.

Vor dem Tatort in Porto Alegre lieferte sich eine kleine Gruppe von Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei.

João Alberto Silveira Freitas war am Donnerstagabend vor einem Supermarkt in Porto Alegre im Süden des Landes von zwei Sicherheitsmännern niedergerungen und brutal geschlagen worden. Der Auslöser war ein Streit mit einem Supermarktangestellten, der das Sicherheitspersonal alarmierte. Der 40-Jährige starb noch am Tatort. Der Angriff wurde von einem Augenzeugen gefilmt.

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Die Polizei leitete eine Untersuchung ein. Die beiden Angreifer im Alter von 24 und 30 Jahren wurden in Gewahrsam genommen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei einem der Tatverdächtigen um einen Mitarbeiter der Militärpolizei außer Dienst. Der Betreiber des Supermarktes bedauerte den Vorfall und sagte der Familie des Opfers Unterstützung zu. Die Kette kündigte an, den Vertrag mit der Sicherheitsfirma zu beenden, den Filialleiter zu suspendieren und den Supermarkt vorübergehend zu schließen.

Vizepräsident Hamilton Mourão bedauerte den Vorfall, stritt aber ab, dass Brasilien unter Rassismus leide:

Für mich existiert in Brasilien kein Rassismus. Das ist etwas, das sie hier in Brasilien importieren wollen. Das gibt es hier nicht.

Die Gewalttat ereignete sich einen Tag vor dem sogenannten Tag des Schwarzen Bewusstseins am Freitag, an dem an den Beitrag der Schwarzen zu Kultur und Identität Brasiliens erinnert wird. Allerdings ist die Diskriminierung von Schwarzen auch in dem größten Land Lateinamerikas verbreitet. Dem Gewaltindex „Atlas da Violência“ zufolge ist die Zahl der Morde an schwarzen Bürgern innerhalb von zehn Jahren um 11,5 Prozent gestiegen. Die Mordrate unter dem restlichen Teil der Bevölkerung sank dagegen in demselben Zeitraum um 12,9 Prozent. 

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(dpa/rt)

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