Die Information wurde im Pressedienst der Minsker Miliz (Bezeichnung für die weißrussische Polizei – Anm. d. Red.) bestätigt. Die genaue Zahl der Festgenommenen wurde nicht genannt.

Die nicht genehmigte Aktion hatte vor der Minsker staatlichen Linguistischen Universität begonnen. Die mehr als 100 Teilnehmer zählende Kolonne setzte sich gegen 12:50 Uhr Ortszeit (11:50 Uhr MESZ) in Bewegung.

Nach dem Überqueren einer Straße stießen die Marschteilnehmer auf Sicherheitskräfte, die in Kleinbussen mit getönten Scheiben und ohne Kennzeichen gerade auf sie warteten. Die meisten Teilnehmer der Aktion konnten flüchten, weitere mehr als zehn Personen, darunter Journalisten der weißrussischen Webportale TUT.by und Onliner, wurden in die Fahrzeuge gezwungen und weggebracht.

Etwas später wurde ein RIA-Novosti-Korrespondent bei der Berichterstattung über die nicht genehmigte Aktion von Sicherheitskräften gefasst und in einen Kleinbus gebracht, wo sich bereits sieben Festgenommene sowie sieben Ordnungshüter befanden. Nach der Personenüberprüfung wurde der Journalist wieder freigelassen.

In Weißrussland kommt es seit der Präsidentenwahl Anfang August zu Massenprotesten gegen Staatschef Alexander Lukaschenko. Der 66-Jährige hatte sich nach 26 Jahren an der Macht mit gut 80 Prozent der Stimmen zum sechsten Mal in Folge zum Sieger erklären lassen. Die Opposition beansprucht dagegen den Wahlsieg für Lukaschenkos Herausforderin Swetlana Tichanowskaja.

ls/mt

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