„In der nuklearen Energetik des Landes bildet sich eine bedrohliche Situation heraus“, heißt es in einem Brief an Präsident Wladimir Selenski, Premier Denis Schmygal und Parlamentschef Dmitri Rasumkow, der der Nachrichtenagentur UNIAN vorlag.

Den Verfassern zufolge hat der Hauptlieferant von Strom im Land und Betreiber aller ukrainischen Atomkraftwerke, Energoatom, keine ständige Leitung, die angemessene Entscheidungen treffen könnte. Aus juristischer Sicht trage niemand die Verantwortung für die Sicherheit der AKW.

Dem Unternehmen Energoatom mangelt es zunehmend an Finanzmitteln, die für die Betriebssicherheit und den Kauf von Kernbrennstoffen notwendig seien. Ob die Führung des Landes sich darüber im Klaren sei, was eine Notstilllegung der Meiler nach sich ziehen könnte, wird rhetorisch gefragt.

Die Atomfachleute kritisieren ferner immer neue Versuche, Personen, die in der Atomenergetik völlig inkompetent seien, in der Energoatom-Leitung einzusetzen, was „eine grobe Verletzung der internationalen Atomsicherheitsordnung“ sei. Die Autoren des Appells fordern, von derartigen Praktiken abzusehen und „das Abgleiten des Landes zu einem weiteren Tschernobyl zu stoppen“.

Der Brief trägt die Unterschriften des Ex-Direktors des AKW Saporischschja, Wladimir Bronnikow, des Ex-Direktors des AKW Smolenskaja, Georgi Koptschinski, des Ex-Direktors des AKW Riwno, Wladimir Korowkin, und des ehemaligen Chefingenieurs des AKW Tschernobyl und Ex-Chefs der Staatlichen Atomaufsichtsbehörde der Ukraine, Nikolai Schteinberg.

ls/sb

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