So habe das Unternehmen Wyoming Asphalt Sour, dessen Rohstoffe hauptsächlich zur Herstellung von Straßenbaubitumen verwendet würden, als erstes einen negativen Preis angeboten.

Die Firma Mercuria Energy Group Ltd. sei Mitte März bereit gewesen, 19 Cent pro Barrel Rohöl zu zahlen, das aus ihren Lagern entnommen werde.

Es handle sich dabei um Binnenrohstoffe ohne Käufer, klärte Elisabeth Murphy, Analystin bei der Beratungsfirma ESAI Energy, auf. „In Gebieten, in denen sich die Lager schnell füllen, könnten die Preise negativ werden. Dann kann es wahrscheinlich zu Schließungen kommen.“

Der von der Coronavirus-Pandemie verursachte wirtschaftliche Rückgang löse eine Reduzierung der Nachfrage nach Erdölprodukten aus, schreibt die Nachrichtenagentur. Die Raffinerien würden dementsprechend gezwungen sehen, die Ölpreise zu senken.

Einige Rohölsorten würden bereits zu Preisen im einstelligen Dollarbereich gehandelt: Der Markt versuche, einen Teil der Produktion zur Stilllegung zu bringen. Die Sorte Canadian Western Select sei am Freitag auf 4,58 US-Dollar pro Barrel gefallen. Southern Green Canyon im Golf von Mexiko sei 9,33 US-Dollar pro Barrel wert, Oklahoma Sour werde für 6,75 US-Dollar pro Faß verkauft, und Wyoming Sweet koste vier US- Dollar pro Barrel.

Anfang März waren Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den im Kooperationsverbund Opec+ vereinten Förderländern wie etwa Russland gescheitert. Die Teilnehmer konnten sich weder auf die Änderung noch auf die Verlängerung der Vereinbarungen über die Drosselung der Ölförderung einigen. Russland wollte die bestehenden Bedingungen des Abkommens aufrechterhalten, während Saudi-Arabien für eine weitere Reduzierung der Ölförderung auftrat.

Seit Jahresbeginn sind die Ölpreise um mehr als 50 Prozent gefallen.

asch/sb

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