US-Soldaten trainieren in Somalia den Ernstfall

Sein Wahlversprechen lautete 2016, die US-Soldaten „nach Hause“ zu holen. Damit will US-Präsident Donald Trump auch in Somalia Ernst machen, wo das US-Militär offiziell gegen die Terrormiliz al-Shabaab vorgeht. Außerdem gelte es, die vorhandenen Kräfte gegen Russland und China zu bündeln.

Die US-Wahlen am 3. November rücken immer näher. Jetzt will US-Präsident Donald Trump weiter Ernst machen mit seinem Wahlversprechen aus dem Jahr 2016, die unnötige Präsenz von US-Militärs in Übersee zu beenden. In der vergangenen Woche erklärte Trump etwa, dass er alle verbleibenden US-Truppen bis Weihnachten aus Afghanistan abziehen wolle.

Diesmal geht es um das von Gewalt zerrissene Land am Horn von Afrika: Somalia.

Nur wenigen US-Bürgern dürfte überhaupt bewusst sein, dass sich laut dem U.S. Africa Command (AFRICOM) zwischen 650 und 800 US-Soldaten vor Ort befinden, inklusive Spezialeinheiten, die nach offiziellen Angaben unter anderem die Armee der Regierung in Mogadischu im Kampf gegen die Terrormiliz al-Shabaab trainieren.

1994 vollzogen die USA einen für sie schmachvollen Rückzug aus dem Land, nachdem US-Soldaten in einen Hinterhalt gerieten und über zwei Dutzend getötet wurden. Die Vorgänge im Jahr 1994 wurden schließlich in Hollywood-Manier im Film „Black Hawk Down“ auf die Leinwand gebracht.

2017 verstärkte Trump die Militärpräsenz am geopolitisch enorm bedeutsamen Horn von Afrika im „Kampf gegen den Terrorismus“. Doch von Frieden ist Somalia nach wie vor weit entfernt.

Wie US-Medien nun berichten, habe Trump das Pentagon beauftragt, Abzugspläne auszuarbeiten. In entsprechende Diskussionen seien der Nationale Sicherheitsberater Robert O’Brien, Verteidigungsminister Mark Esper und der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, Mark Milley, beteiligt.

„Obwohl ich nicht über die künftige Haltung der Streitkräfte spekulieren möchte, möchte ich Ihnen sagen, dass das US-Afrika-Kommando weiterhin mit somalischen und internationalen Partnern zusammenarbeiten wird, um die langfristige regionale Stabilität durch die Verminderung der Bedrohung durch gewalttätige extremistische Organisationen in Somalia zu verbessern“, erklärte AFRICOM-Sprecherin Kelly Cahalan in einer Erklärung, die an Stars and Stripes gesandt wurde.

Ein Feldwebel und Fotojournalist des US-Militärs trauert um Kollegen, die bei einem Anschlag ums Leben kamen.

Das Kommando bilde weiterhin somalische Truppen aus und überwache die Bewegungen der al-Shabaab, um die Extremisten daran zu hindern, „ihre langfristigen Ziele zu erreichen, zu denen der Export von Gewalt im weiteren Sinne und Angriffe auf die USA gehören“, ergänzte Cahalan.

Im Pentagon stellt man sich derweil die Frage, ob die AFRICOM-Operationen in Afrika reduziert werden sollten. Eine Schlüsselfrage der US-Strategen lautet dabei, ob und inwieweit die Bedrohung durch militante Gruppen auf dem afrikanischen Kontinent bis in die USA ausstrahlen (könnte).

AFRICOM-Kommandeur General Stephen Townsend erklärte am 11. September in einer Verlautbarung, dass al-Shabaab, „eine mit al-Qaida verbündete Terrororganisation, ihre Absicht bekundet hat, (US-)Amerikanern Schaden zuzufügen“.

Inwieweit es sich dabei um US-Soldaten auf afrikanischem Boden oder um seine Landsleute jenseits des Atlantiks handelt, ließ Townsend offen.

Derweil warnte Trump davor, das US-Militär weiter zu überfordern. Die USA müssten ihre Kräfte unter anderem auf China und Russland konzentrieren.

Wir sind an all diesen verschiedenen Orten und kämpfen in Ländern, von denen niemand je gehört hat. Und es schmerzt uns – weil es das Militär erschöpft. Und wir müssen immer auf China und Russland und diese anderen Orte vorbereitet sein. Wir müssen vorbereitet sein“, mahnte der US-Präsident in einem Interview mit dem US-Sender Fox News.

Am Donnerstag wurde berichtet, dass bei einem Überfall der al-Shabaab mindestens 17 Soldaten getötet worden seien. Rund 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Mogadischu sei am Mittwoch ein Militärfahrzeug von einem Sprengsatz getroffen worden, erklärte ein hochrangiger Militärvertreter am Donnerstag. Die Terrorgruppe beanspruchte die Tat im Radiosender Al-Andalus für sich und sprach von 30 getöteten somalischen Soldaten.

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