Ein entsprechendes Interview haben syrische Militärs russischen Journalisten zur Verfügung gestellt.

Ex-Oberst Sultan Aid Abdellah Souda war im Februar vom Militärabschirmdienst wegen Fahnenflucht festgenommen worden, als er versucht hatte, in ein von den Regierungstruppen kontrolliertes Gebiet zurückzukehren.

Der fahnenflüchtige Oberst hatte sich nach eigenen Angaben der Miliz „Magavir al-Saura“ angeschlossen und war von US-amerikanischen Ausbildern im Bereich der subversiven Tätigkeit unterrichtet worden. Die US-Militärs hätten die Mitglieder der Gruppierung gut bezahlt: Das „Gehalt“ von Souda habe 500 US-Dollar betragen  – eine für Syrien außerordentlich hohe Summe.

Die (Kämpfer – Anm. d. Red.) seien in den Osten, an den Euphrat, geschickt worden, um Sabotagetätigkeit zu betreiben, hauptsächlich auf Ölanlagen und Infrastrukturobjekte, die von der Regierung kontrolliert wurden. Damit sollten die Menschen eingeschüchtert und Schaden angerichtet werden.

„Ich weiß nicht genau was mit den Amerikanern passiert ist, aber sie haben die Finanzierung reduziert und gesagt: ‚Falls ihr mehr bekommen wollt, dann müsst ihr Einsätze außerhalb der 55-Kilometer-Zone erfüllen‘“, sagte Souda. Manche Kämpfer seien in die Provinz al-Hasaka und andere nach Idlib geschickt worden.

In letzter Zeit sei die Anzahl der Kämpfer in der Nähe von at-Tanf zurückgegangen, so Souda.

Die Kämpfer seien im Bereich des Waffeneinsatzes ausgebildet und gut mit Kleidung und Waffen versorgt worden:

„Es gab keine Probleme mit Waffen: Wir haben sie von US-Militärs erhalten. Die Waffen wurden dabei über Saudi-Arabien und Jordanien gebracht. Die Waffen kamen aus verschiedener Produktion: aus China, von der Nato. Die besten waren von der Nato“, sagte Souda. Unter den Kämpfern habe es Ausländer gegeben.

Nach Angaben der syrischen Geheimdienste desertierte Souda 2013 wegen Drohungen gegen seine Familie von Seiten der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Er sei geflohen und habe Zuflucht im Flüchtlingscamp al-Rukban gefunden, wo er ein Internet-Geschäft betrieb und Bewohnern des Lagers gegen Entgelt einen Internet-Zugang zur Verfügung stellte.

2016 soll der Ex-Oberst in die Zusammenarbeit mit den US-Militärs eingewilligt und als Kommandeur des Stützpunktes al-Zuveriya in der Stadt at-Tanf gedient haben. Im Dezember sei er wegen Verstoßes gegen das Mobilfunkverbot auf dem Gelände der US-Militärbasis zu einer 58-tägigen Haftstrafe verurteilt worden. Anschließend habe er beschlossen, mit seiner Familie at-Tanf zu verlassen

Nachdem Souda von syrischen Geheimdienstlern festgenommen worden war, soll er Informationen zur Anzahl des Personals, zu den Waffen auf dem US-Militärstützpunkt at-Tanf sowie zu auf dieser Militärbasis stationierten illegalen Milizen weitergegeben haben. Außerdem habe er Koordinaten wichtiger Objekte angegeben und die ungefähre Anzahl der Familien enthüllt, die in die von der Regierung kontrollierten Gebiete zurückkehren wollen.

*Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten.

asch/ae/sna

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