Ursula von der Leyen hat sich in einem auf Twitter verbreiteten Video die Hände gewaschen, um zu zeigen, wie man sich so vor dem Corona-Virus schützen kann. Kritiker bewerteten diese PR-Aktion als Ausdruck der Hilflosigkeit der EU gegenüber der Pandemie.

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin und zuletzt die frühere skandalträchtige deutsche Verteidigungsministerin, hat in einem in den sozialen Netzwerken verbreiteten Video vorgemacht, wie man sich nach Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO die Hände zu waschen hat.

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Zweck ihrer Teilnahme an der entsprechenden „Challenge“: Vormachen, wie durch richtiges Händewaschen die Verbreitung des Corona-Virus aufgehalten werden kann. Die Deutsche wusch sich gründlichst die Hände, trocknete sie, um sie dann so vorbildlich gereinigt in die Kamera zu halten. Dabei summte die Kommissionspräsidentin standesgemäß Beethovens „Ode an die Freude“, deren Melodie bekanntlich zur „Europahymne“ erklärt wurde.

Die Kommentare unter dem entsprechenden Tweet von Leyens waren weit davon entfernt, die Deutsche für ihren Körpereinsatz zu loben. Vielmehr erinnerten viele an das offenkundige Versagen der EU, zur Bewältigung der kritischen Situation in einigen Mitgliedsländern ernsthaft beizutragen. Gleich im ersten Kommentar wurde darauf verwiesen, dass etwa Russland und China mit Menschen und Mitteln dem EU-Land Italien tatkräftig bei der Bewältigung der Corona-Krise zur Seite stünden, während sich von der Leyen die Hände wasche. In einem weiteren Kommentar hieß es:

Die Europäische Union: Zwei Monate nach allen anderen schlägt sie eine Anleitung für die rudimentärste Maßnahme zur Bekämpfung des Virus vor, um ihre Unfähigkeit, Masken und Medikamente auf einem ganzen Kontinent zur Verfügung zu stellen, zu kompensieren.

Ein weiterer Kommentator schrieb:

Ich konnte nicht glauben, dass das echt war. Und dann sah ich es mit Ton. Haben Sie keine Selbstwahrnehmung? Russland, China (Kuba) helfen Italien und Sie zeigen uns, wie Sie Ihre Hände waschen? Feuern Sie, wer immer Ihnen gesagt hat, dass das eine gute Idee wäre.

Andere Nutzer sahen die Europäische Union angesichts des strikt nach nationalen Kriterien erfolgenden Handelns ihrer Mitgliedsstaaten gleich ganz vor ihrem Ende. Ein Kommentator schrieb:

Es ist eine Metapher: Wie Pontius Pilatus wäscht sie die Krise von ihren Händen. Sie weiß, dass die EU erledigt ist.

Ein weiterer Nutzer schrieb:

Vielen Dank für diesen Moment. Nach den Problemen mit Griechenland/Türkei wurde nichts getan. Nichts getan nach Italiens Bitten um Hilfe! Wir werden uns daran erinnern, dass die EU ohne Würde zusammengebrochen ist.

Ein deutschsprachiger Nutzer verwies darauf, dass von der Leyen nicht nur Ärztin, sondern sogar Epidemiologin sei, und diese trotzdem weder die mit der Pandemie heraufziehende Gefahr erkannt noch eine Abwehrstrategie veranlasst habe. Sein Schluss:

Händewaschen kann meine Omi auch.

Ein polnischer Nutzer illustrierte mit diesem Tweet die „EU in schwierigen Stunden“.

Ein deutscher Nutzer schrieb, dass er Angst bekomme, wenn ihm diese „korrupte Fehlbesetzung“ Händewaschen als Krisenmanagement verkaufen wolle. Und weiter:

Das „Wir-sind-alle-gleich“-Gedöns, das uns da vermittelt werden soll, wird durch nichts deutlicher als Farce entlarvt, als durch Uschis Karriere.

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