Eine Frau mit Gesichtsmaske in Havanna, Kuba, am 28. März 2020.

Praktisch in letzter Minute verhinderte eine US-Firma die Lieferung von dringend benötigten Hilfsgütern des chinesischen Internetkonzerns Alibaba an Kuba. Ein weiterer Beleg dafür, dass die US-Regierung weiter an ihrem unmenschlichen Sanktionsregime festhalten will.

Nach Angaben des kubanischen Botschafters in China, Carlos Miguel Pereira, lehnte ein US-Logistikunternehmen die Lieferung von Atemmasken und Diagnosesets nach Kuba „in letzter Minute“ ab. Das Unternehmen berief sich dabei auf die Bestimmungen des US-Blockadegesetzes gegenüber dem sozialistischen Kuba.

Während der nationalen Quarantäne aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus in Venezuela entladen Arbeiter am 28. März am Simón Bolívar International Airport in Caracas Hilfslieferungen aus China.

Es handelt sich dabei um das sogenannte Helms-Burton-Gesetz, das 1996 erlassen wurde und die seit 1960 bestehende Blockade Kubas weiter verschärfte. Wesentliche Elemente des Gesetzes wurden allerdings erst im Mai 2019 durch Präsident Donald Trump zur Umsetzung freigegeben.

„Trotz der enormen und lobenswerten Anstrengung des Gründers von Alibaba und der Jack-Ma-Stiftung, die es geschafft hat, mehr als fünfzig Länder mit Schutzmaterial zu versorgen, können die Lieferungen nach Kuba nicht stattfinden“, erklärte Pereira.

Dabei würden diese Ressourcen zur Bekämpfung der Pandemie unter den erschwerten Bedingungen der US-Blockade dort dringend benötigt. Kuba hat laut der Johns-Hopkins-Universität aktuell 233 bestätigte COVID-19 Fälle. Sechs Menschen sind bislang an der Viruserkrankung gestorben.

Auch Präsident Miguel Díaz-Canel zeigte sich erbost und twitterte am Mittwoch:

„Die verbrecherische Blockade der imperialen Regierung verletzt die Menschenrechte des kubanischen Volkes.“

Alibaba-Gründer Jack Ma hatte am 22. März über den Kurznachrichtendienst Twitter die Lieferung von zwei Millionen Masken, 400.000 Diagnosereagenzien und 104 Beatmungsgeräten in 24 Länder Lateinamerikas und die Karibik angekündigt, darunter auch Kuba.

„Eine Welt, ein Kampf“, schrieb er und ergänzte, dass sein Unternehmen die Ladung unter anderem auf die Großen Antillen, nach Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Peru und in die Dominikanische Republik verschiffen werde.

Der Internetkonzern und die Stiftung von Jack Ma versandten zudem Hilfsgüter an Länder in Asien, Afrika, Europa und in die Vereinigten Staaten. Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus hatten zahlreiche Regierungen an Washington appelliert, die Sanktionen gegen Kuba, Venezuela und den Iran aufzuheben, um den Zugang zu humanitärer Hilfe und den von der Bevölkerung dringend benötigten Produkten zu ermöglichen.

Doch davon will man in Washington nichts hören. Im Gegenteil: Die Trump-Regierung drohte sogar mit einer Verschärfung der Sanktionen.

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