Symbolbild: Ein Mann geht mit seinem Hund Gassi

Wann kommt es schon mal vor, dass man mitten in Moskau auf einen Jesus trifft? Dies passierte zwei Polizisten, als sie einen Mann festnehmen wollten, der sich nicht sündenfrei verhielt und mit seinem Hund in einer Grünanlage trotz Ausgangsbeschränkungen Gassi ging.

Obwohl Hundebesitzer derzeit nur unweit ihrer Wohnung spazieren gehen dürfen, war der Mann am 4. April bei den Patriarchenteichen, einem schicken Viertel der Oberschicht, das den Fans des Schriftstellers Michail Bulgakow bekannt ist, mit seinem Hund unterwegs. Das Kuriose dabei: Der Mann soll Jesus Worobjow heißen.

Wie auf einem Video zu sehen ist, nehmen zwei Polizisten den Mann fest. Die Art und Weise, wie er mit den Polizisten redet, entspricht jedoch nicht den Standards eines Messias. Jesus weigerte sich, mit der Polizei zusammenzuarbeiten, als er gebeten wurde, seinen Pass vorzulegen. „Ich wünsche euch, dass ihr alle sterbt. Gemeinsam mit euren Kindern, Frauen und Müttern“, beleidigte er die Gesetzeshüter. Daraufhin setzten ihn die Polizisten in den Streifenwagen, während der Hund auf der Straße unbewacht blieb. Das Tier hätte von alleine nach Hause gefunden, erklärte Jesus Worobjow später.

Wie sich anschließend herausstellte, war der Mann nicht festgenommen worden, weil er mit seinem Hund spazieren ging, sondern weil er wiederholt gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen hatte. Berichten zufolge hatten Beamte den Mann bereits mehrmals ausführlich gewarnt. Aufgrund der Corona-Krise sind in Moskau etliche Parks und Grünanlagen, unter anderem die Patriarchenteiche, geschlossen.

Nach ein paar Stunden wurde Jesus Worobjow freigelassen. Er muss am Montag dennoch vor Gericht erscheinen. Der Mann sprach nach dem Vorfall mit mehreren russischen Medien und sagte, dass die Beamten sich wie „Faschisten“ verhalten hätten.

Einige Internetnutzer reagierten auf den Vorfall entsetzt, da sie sich um den alleingelassenen Hund Sorgen machten. Andere Online-Kommentatoren ließen ihrer Fantasie freien Lauf und machten sich über die Situation lustig. Vor allem, weil nicht jeder Straftäter Jesus heißt. „Wenn Jesus 15 Tage Haft bekommt, kommt er erst zu Ostern frei“, scherzte ein User. „Jesus wurde bei den Patriarchenteichen festgenommen – ist das ein Buch von Bulgakow?“, fragte ein anderer. „Jesus wurde verhaftet. Die Polizisten heißen Judas und Pontius Pilatus“, scherzte ein weiterer Nutzer.

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