Seeleute, die auf Schlachtschiffen aus Stahl dienten, hatten für die Holzbarken nichts übrig als nur Spott. Die kleinen Einheiten je drei dieser U-Boot-Jäger wurden als „Splitterflotte“ beschimpft und belächelt, schreibt „NI“. Die SC 129 zum Beispiel war so ein „Sub-Chaser“, wie die Navy die aus Holz gebauten Schnellboote nannte.

Wie es war, an Bord der SC 129 zu dienen, weiß das Portal von Cary Johnston – einem Funker, der das Leben auf dem hölzernen U-Boot-Jäger in seinen Memoiren beschrieb: „Mit dem Schiff ging es ständig rauf und runter, es rollte von einer Seite zur anderen. Schon eine leichte Brise schleuderte uns ordentlich durch. Aber als wäre das nicht genug, sorgten das Salzwasser vom Ozean und die Abgase des Motors für ständige Übelkeit bei der Crew.“

Es war im Mai 1918, als die Navy-Führung vier „Sub-Chaser“ über den Atlantik nach Europa geschickt hatte. Den Ozean zu überqueren, war für die kleinen Schiffe an sich schon ein Kampf. Auf stürmischer See kam es häufig vor, dass die Fugen zwischen den Holzlatten aufrissen: Salzwasser strömte in den Maschinenraum – aber die Seeleute lernten schnell, die Lecks mit Bettlaken und Kleidung zu stopfen.

Zu beweisen, dass sie zu etwas taugen, stand den hölzernen U-Boot-Jägern nach der Atlantiküberquerung allerdings noch bevor, schreibt „The National Interest“. Mitte Juni 1918 wurde eine Sub-Chaser-Einheit unter dem Kommando von Captain Charles Nelson – darunter die SC 129 – in die Adria entsandt: zur Bekämpfung deutscher U-Boote. Bewaffnet waren die Holzbarken unter anderem mit Wasserbomben.

„Das U-Boot tauchte – und wir stürmten zum Angriff“, notiert der Funker Johnsten in seinen Memoiren. „Dreimal feuerten wir Wasserbomben ab, in Abständen von zehn Sekunden. Nach dem Lärm der Explosion hörte ich den Aufschrei unserer Männer: ‚Wir haben es!‘ Ein riesiger schwarzer Ölteppich umgab unser Schiff und große Luftblasen stiegen an die Oberfläche. Wir haben das U-Boot versenkt, aber unser Schiff hat auch starken Schaden erlitten. Die Explosion der Wasserbomben hat es durchgeschüttelt, sodass die Treibstoffzufuhr zum Antrieb unterbrochen war. Ich war in der Zeit im Funkraum, und die Explosion hat mich an den Transmitter geschleudert. Alles, was nicht fest war, fiel herunter.“

Captain Nelson, der die hölzernen U-Boot-Jäger befehligte, erklärte nach dem Einsatz laut „NI“: „Die Operation war ein strategischer Erfolg. (…) Ich habe den Eindruck, dass die Sub-Chaser bei gemeinsamen Einsätzen mit der Hauptflotte von unschätzbarem Wert sein können. Besonders, wenn es um Operationen in seichten Gewässern geht.“

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