Nach der Einführung von Grenzkontrollen habe das Schengen-Abkommen für freien Reiseverkehr auf der Kippe gestanden, sagte von der Leyen in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Nun sähen alle, dass sich die Staaten durch extreme Abschottung selbst am meisten schadeten.

„Wir haben es selbst in der Hand“, sagte die Kommissionschefin.

„Wir haben anfangs in den Abgrund geschaut, aber wir haben in dieser Krise auch wieder rasch das Positive und den Zusammenhalt gesehen. Ich sehe viele ermutigende Zeichen, dass die Europäer erkennen, wie kostbar unsere Gemeinschaft ist.“

Die Grenzschließungen einzelner EU-Staaten hätten das Coronavirus nicht aufgehalten, aber vielen Firmen sehr geschadet und wichtige Lieferketten in Europa unterbrochen, sagte von der Leyen. Dabei habe nur der Binnenmarkt die EU so wohlhabend und stark gemacht. Nun wachse die Erkenntnis wieder, dass jeder Mitgliedsstaat mit gegenseitiger Hilfe bessere Karten habe.

„Deswegen liegt in dieser großen Krise auch die Chance, dass sich Europa noch einmal neu erfindet“, sagte von der Leyen.

Macron mahnt mehr Solidarität an

Zuvor hatte Emmanuel Macron die Europäische Union aufgerufen, gemeinsam im Kampf gegen die Corona-Krise zu agieren.

Ich will kein egoistisches und geteiltes Europa”, sagte Frankreichs Präsident in einem am Samstag veröffentlichten Interview der drei italienischen Zeitungen „La Stampa”, „La Repubblica” und „Corriere della Sera”.

„Wir werden diese Krise nicht ohne eine starke europäische Solidarität in gesundheitlicher und finanzieller Hinsicht überstehen”, so Macron.

leo/sb/dpa

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