„Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa“, schrieb von der Leyen in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“ mit Anspielung auf das Wiederaufbauprogramm, das die USA von 1948 bis 1952 zur Unterstützung der westeuropäischen Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen hatten. Der EU-Haushalt sei in allen Mitgliedsstaaten als Instrument des solidarischen Ausgleichs akzeptiert und müsse der Krise entsprechend zugeschnitten werden.

Von der Leyen forderte die EU-Staaten zu massiven Investitionen in den EU-Haushalt auf.

„Die vielen Milliarden, die heute investiert werden müssen, um eine größere Katastrophe abzuwenden, werden Generationen binden.“ So könne auch in der Krise das Gefühl der Gemeinschaft unter den Nationen Europas erneuert werden.

Sanchez: „Kriegswirtschaft“ und keine Grenzen für Finanzierungsmechanismen

Der spanische Premierminister, Pedro Sanchez, hatte in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Samstag ähnliche Forderungen zum Ausdruck gebracht.

Auch er will einen neuen „Marshall-Plan“ für Europa und fordert mehr Vergemeinschaftung von Schulden in der EU. Sanchez rief europäische Länder zu wirtschaftlichen Sofortmaßnahmen auf.

Europa müsse eine „Kriegswirtschaft“ aufbauen und Maßnahmen für die Verteidigung, den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung ergreifen, äußerte er. Dies müsse möglichst so schnell getan werden, um die Schulden auszugleichen, die viele Länder während der Coronavirus-Pandemie angehäuft hätten.

Wenn das Virus keine Grenzen kenne, dürften auch die Finanzierungsmechanismen keine Grenzen kennen, ist der spanische Ministerpräsident sich sicher.

Die Regierungen der europäischen Länder sind sich bislang darüber uneinig, wie die EU finanziell schwächere Länder in der Corona-Krise fördern könnte. Am kommenden Dienstag sollen die Finanzminister der Eurogruppe bei einer Tagung per Videokonferenz an einer koordinierten Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie arbeiten.

asch/ae

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