Wettlauf gegen Corona-Virus: Weltreisende auf Kreuzfahrtschiff bleiben von Epidemie verschont (Archivbild)

Ein Kreuzfahrtschiff, das derzeit die Welt umrundet, bleibt seit dem Reisebeginn Anfang Januar von dem Corona-Virus verschont. Damit sich die Crew und die Passagiere die gefährliche Atemwegskrankheit nicht zuziehen, dürfen sie seit Anfang März nicht mehr an Land.

Das Kreuzfahrtschiff Magnifica der Reederei MSC Cruises stach am 5. Januar in Genua in See, um in 177 Tagen die Welt zu umrunden. Zu jenem Zeitpunkt wusste kaum jemand um das neuartige Corona-Virus aus Wuhan – auch nicht die rund 2.200 Passagiere und knapp 1.000 Besatzungsmitglieder des Schiffes. Die Reiseroute der Magnifica verlief so, dass sie der beginnenden weltweiten Corona-Ausbreitung quasi davonfuhr.

Die ersten zwei Monate der Weltreise befand sich das Kreuzfahrtschiff größtenteils in der südlichen Halbkugel und warf Anker vor Ländern, in denen es noch keine Corona-Fälle gab. Die Magnifica warf unter anderem vor der Osterinsel, Tahiti, den Cookinseln und Neuseeland Anker, wo die Passagiere zuletzt an Land gehen durften.

Die COVID-19-Krise ereilte die Weltreisenden erst am 14. März, dem 70. Tag der Fahrt, vor Tasmanien. Das Schiff lief im Hafen von Hobart ein und die Passagiere freuten sich auf einen Stadtbummel, als der Kapitän den Landgang verbot. Ende März erteilten dann die australischen Behörden der Magnifica wegen der Corona-Pandemie keine Genehmigung zum Anlegen.

Am 6. April legte das Kreuzfahrtschiff unterwegs nach Europa einen Zwischenstopp in Sri Lanka ein, um Proviant und Treibstoff aufzunehmen. Nach Angaben der Reederei musste dabei eine deutsche Passagierin wegen akuter Herzbeschwerden notfallmedizinisch in einem Krankenhaus in Colombo behandelt werden. Dort wurde sie vorsichtshalber auf COVID-19 getestet, die Probe fiel negativ aus.

An Bord des Schiffes weilen rund 2.200 Passagiere. Die meisten von ihnen kommen aus Frankreich und Italien. Es sind aber auch etwa 360 Deutsche und sieben Russen an Bord. Die Magnifica verfügt über 13 Passagierdecks, drei Schwimmbäder, eine Sporthalle, ein Casino, ein Kino und ein Theater für 1.250 Zuschauer sowie mehrere Bars und Restaurants. Nach Angaben eines russischen Passagiers gebe es an Bord recht viele Senioren. Man genieße seine Ferien, guten Wein und gutes Essen. Die Crew gebe ihr Bestes, um die Gäste zu verwöhnen. (rg.ru/bfm.ru/nau.ch)

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