Veranstaltungsverbote wie Eigenquarantäne stehen in China, Südkorea und Japan als probate Mittel zur Ausbreitung des Corona-Virus auf der Tagesordnung. Pulsmesser dafür, dass es ein Leben nach der Periode der Zurückhaltung gibt, scheint der Kulturbetreib zu sein.

Chinesische Kunstmuseen öffnen

Chinas Staatliches Museum für Gegenwartskunst in Shanghai, die Power Station of Art (PSA) öffnet am Freitag wieder seine Tore. Bekannt ist das Museum, welches sichüber drei Etagen verteilt auf 10.000 Quadratmetern Fläche einem ehemaligenHeizkraftwerk befindet, als Standort der Shanghai Biennale. Auch das staatliche Shanghai Museum, eines der kulturellen Zentren der Stadt heißt wieder Besucher willkommen. Im Jahr 2017 hatte das Museum weit über 2 Millionen Besucher verzeichnet, es gehört damit zu den meist besuchten Kunstmuseen der Welt. Beide Häuser hatten Ende Januar ihren Betrieb eingestellt, als in ganz China Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus` getroffen worden waren.  

Masken, Slots und Desinfektion: Maßnahmen des PSA-Shanghai

Das Magazin „The Art Newspaper“ zitiert eine Sprecherin des PSA-Museums: „Wir führen die Desinfektion täglich gemäß den (offiziellen) Sterilisationsprotokollen durch, und das gesamte Arbeitspersonal wurde zuvor geschult“. Weiter heißt es: „Wir haben auch auf jeder Etage einen temporären Quarantänebereich für Notfälle vorbereitet. Alle Besucher müssen vor dem Betreten ihre Temperatur messen sowie ihren Personalausweis und ihren registrierten Gesundheitscode vorlegen. “ 

China hat eine App zur Gesundheitsüberwachung eingeführt, die den jüngsten Reiseverlauf der Benutzer überprüft, um eine mögliches Ausgesetzt-Sein gegenüber Covid-19 zu dokumentieren. „Sie müssen während ihres Besuchs in der Ausstellung auch einen Abstand von 1,5 Metern einhalten“, zudem seien Schutzmasken erforderlich. Besucher müssen auf dem Social-Media-Kanal „WeChat“ einen von 500 täglichen Slots vorbestellen. Die Plätze für Samstag und dem chinesischen Festival „White Valentine’s Day“, seien fast vollständig reserviert.

Südkoreas Nationalmuseum

Auch im von der Corona-Epidemie stark betroffenen Südkorea plant das Nationalmuseum für moderne und zeitgenössische Kunst (MMCA) seine vier Häuser mit dem Hauptmuseum in Gwacheon und drei Niederlassungen in Deoksugung, Seoul und Cheongju vorläufig ab dem 23. März wieder zu öffnen. Das Museum wurde 1969 als einziges nationales Kunstmuseum des Landes gegründet und beherbergt moderne wie zeitgenössische Kunst Koreas sowie internationale Kunst verschiedener Epochen.

Japans Museen in Kyoto, Tokio, Aichi Prefäktur mit Verlautbarungen

Das Kyoto City Kyocera Museum of Art, eines der ältesten staatlichen Kunstmuseen sah in der kommenden Woche einigen sogenannten „Previews“ am 19., 20. und 23. März entgegen, berichtet die Zeitschrift „The Art Newspaper“, bevor der offizielle Publikumsverkehr am 4. April wieder losgehen sollte. Das Museum sieht allerdings von dem Vorhaben vorgezogener privater Schauen aus Sicherheitsgründen wieder ab, wie es am Freitag verlautbaren ließ und verlegt diese ebenfalls in den Folgemonat.

Das Museum für zeitgenössische Kunst Tokio MOT und das Toyota Municipal Museum of Art in der Präfektur Aichi gehen davon aus, wieder am 31. März für Besucher zugänglich zu sein.

Ausblick Sanghai

Die meisten Museen und Galerien in Shanghai bleiben wohl vorerst geschlossen. Doch bereits am Donnerstag und Freitag haben einige kommerzielle Anbieter ihren Betrieb wieder aufgenommen, berichtet das Magazin. Die Edouard Malingue Gallery im West Bund, die Art + Shanghai Gallery im Bezirk Huangpu und das ArtCN im Bezirk Changning etwa. Die Danysz Gallery soll ab 17. März wiedereröffnet werden.

Chinesisches Festland 

Landesweit hätten 40% der wichtigsten Touristenziele wieder eröffnet, berichtet das Magazin unter Berufung auf die Nachrichtenagentur „Neues China – Xinhua“, doch die Kunstinstitutionen auf dem restlichen chinesischen Festland, einschließlich der Hauptstadt Peking, sind vorerst weitgehend geschlossen.

Gruppenausstellung in Kooperation mit Berliner Galerie eröffnet in Peking 

Doch die Galerie Tang Contemporary Art in Peking plant am Sonnabend mit einer Gruppen-Ausstellung wieder an den Start zu gehen. In Kooperation mit der Berliner Galerie König, unter anderem auch mit Werken deutscher Künstler. Bei der Schau „Who am I“ (Wer bin ich) wird Kunst von Norbert Bisky, etwa sein Gemälde „Big Trilemma“, Werke von Peter Dreher, Elmgreen & Dragset, Jeppe Hein, Karl Horst Hödicke, Alicja Kwade, John Seal, Rinus Van de Velde, Matthias Weischer, Erwin Wurm und Lí Wie gezeigt. 

​Das ursprünglich für März geplante „Gallery Weekend Beijing“ wird voraussichtlich am Sonntag seine neuen Termine bekannt geben.

ba

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