Die Anzeigen auf Kurzarbeit, die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) bis zum 27. März 2020 eingegangen seien, sind laut der BA-Mitteilung seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen auf ein neues Höchstniveau angestiegen.

Bundesweit seien im März rund 470.000 Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Agentur eingegangen. Dies basiere auf einer Sonderauswertung. Im Februar 2020 habe die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen noch bei 1.900 gelegen.

Die Nachfrage ist in allen Bundesländern hoch. Im Unterschied zu den Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 kommen die Anzeigen aus nahezu allen Branchen, so die Behörde. Branchenschwerpunkte seien unter anderem der Handel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Scheele bezeichnete Kurzarbeit während der Corona-Krise als „Mittel der Wahl in dieser historischen Herausforderung für Wirtschaft und Arbeitsmarkt“.

„Wenngleich wir noch nicht seriös prognostizieren können, wie viele Personen von Kurzarbeit betroffen sein werden, rechnen wir damit, dass ihre Zahl deutlich höher ausfallen wird als in der Wirtschafts- und Finanzkrise.“

Zusätzliche zehn Milliarden Euro beantragt

Damals habe es an der Spitze 1,4 Millionen Kurzarbeitende gegeben. Die Agentur habe hierfür bereits jetzt „überplanmäßig rund zehn Milliarden Euro zusätzlich bei unserem Verwaltungsrat und dem Bundesarbeitsministerium beantragt“.

„Niemand muss fürchten, kein Geld zu erhalten. Kurzarbeitergeld ist eine Pflichtleistung, die in jedem Fall ausgezahlt wird.“

Darüber hinaus habe die BA ihre Organisation kurzfristig umgebaut, so Scheele. Die Agentur fokussiere sich zurzeit auf die Beratung zur Kurzarbeit und die rasche Leistungsgewährung von Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld und Grundsicherung.

„Dafür werden unter anderem im Moment die Teams, die Kurzarbeit abrechnen, in einem ersten Schritt von knapp 800 auf rund 4.500 Personen verstärkt.“

Außerdem seien inzwischen mehr Beamte in der telefonischen Beratung tätig: 18.000 gegen die regulären etwa 4.000. Sowohl die Anzeige als auch die Beantragung von Kurzarbeitergeld könnten online erfolgen.

Coronavirus

Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

Weltweit wurden nach WHO-Angaben bereits mehr als 719.000 Menschen in 203 Ländern mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Registriert wurden bisher 33.673 Todesopfer.

In Deutschland wurden demnach mehr als 57.000 Corona-Fälle festgestellt, 455 davon endeten tödlich.

mo/mt

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